BioHeizöl aus Fettsäuremethylesther(FAME) wird wie Biodiesel zu hundert Prozent aus pflanzlicher Biomasse gewonnen. Jedoch ist ein chemischer Veredlungsschritt notwendig um das Produkt zu erhalten. Nach dem BUNDES-IMMISIONSSCHUTZGESETZ darf neben dem veredelten Pflanzenöl sogar das reine Pflanzenöl als Brennstoff verwendet werden, wenn es der Vornorm DIN V 51605 entspricht. Beim Einsatz von reinem Pflanzenöl ist auf zertifizierte Brenner- und Anlagentechnik zu achten.
Die derzeit gängigsten Lieferanten der Rohstoffe für die Herstellung von Biodiesel und Bioheizöl(FAME) sind Rapspflanze und Sonnenblume. Aber auch tierische Fette und Altspeiseöle wie gebrauchtes Frittieröl könnten zur Erzeugung verwendet werden. Bis heute bilden primär die Früchte der Pflanzen den Rohstoff und werden zu Öl verarbeitet. Das am häufigsten zur Biokraftstoffherstellung eingesetzte Öl ist Rapsöl. Aus Rapsöl wird Rapsmethylester (RME) hergestellt, der nach Ergänzung entsprechender Additive als Biodiesel oder Bioheizöl(FAME) zur Verfügung steht. Rapsöl kann auch im unveränderten Zustand als Bioheizöl Verwendung finden.

So können derzeit aus einem Hektar Anbaufläche in europäischen Anbaugebieten 1200 bis 1800 Liter Bioheizöl(FAME) gewonnen werden. Aus tierischen Fetten und Altspeiseölen wird ebenfalls ein Fettsäuremethylester hergestellt und kann nach Additivierung ebenfalls als Biodiesel oder Bioheizöl(FAME) verwendet werden. Grundsätzlich werden aus den oben genannten Ausgangsstoffen Fettsäuremethylester (FAME) hergestellt. Generell ist der Kurzbegriff aller auf Pflanzen- und Tierölen basierender Methylester FAME.
FAME ist eine nach DIN EN 14214 genormte Biokomponente, die für die Verwendung in Dieselkraftstoff vorgesehen ist. Diese Biokomponente weist bessere Schmiereigenschaften als der mineralische Diesel auf, die die Verschleißerscheinungen der Einspritztechniken verringert. Außerdem weist die Biokomponente einen 11%igen Sauerstoffanteil, der Rußablagerungen entgegenwirkt und eine hohe Cetanzahl, die die Zündwilligkeit beschreibt, auf. Selbst bei der geringen 5%-Beimischung treten bereits verbesserte Schmiereigenschaften auf. Fettsäuremethylester (FAME) werden durch Umesterung von Ölen und Fetten mit Methanol gewonnen. Diese Reaktion wird meistens basisch katalysiert. Bioheizöl bzw. flüssige Biobrennstoffe bilden damit zukünftig eine Ergänzung bzw. den Ersatz zum mineralischen Heizöl oder mineralischen Dieselkraftstoff.
Des Weiteren bringt die Verwendung eines heimischen erneuerbaren flüssigen Brennstoffes neben der umweltschonenden Seite auch noch die Vorteile der Arbeitsplatzsicherung in der heimischen Landwirtschaft sowie eine stabile Versorgung mit flüssigen Biobrennstoffen aus dem eigenen Land mit sich. In naher Zukunft wird es möglich sein, aus jeder beliebigen Pflanze Bioheizöl herzustellen. Darüber hinaus wird die Verwendung der kompletten Pflanzestruktur (btl-Verfahren) den Ertrag auf etwa 3000 bis 4000 Liter Bioheizöl pro Hektar Anbaufläche vergrößern.
Der wichtigste Aspekt in erster Linie ist jedoch die Verlängerung der Versorgung mit mineralischem Heizöl durch Einmischen von Bioheizöl(FAME) in das standardisierte Heizöl. Dieses Gemisch wird als Heizöl mit Bioanteil bezeichnet. Irreführender Weise wird dem Heizöl mit Bioanteil sehr oft ebenfalls der Begriff Bioheizöl gegeben. Wenn man davon liest oder hört, sollte man zwingend nachforschen welcher Öltyp gemeint ist. In Deutschland bestehen Bioheizöle meistens zu 100 % aus Rapsmethylesther(RME) oder reinem Pflanzenöl. Vor einiger Zeit wurde in Norddeutschland von einem Brennstoffversorger bereits Heizöl mit Bioanteil angeboten. Der Bioanteil bei diesem Heizöltyp betrug 5%. Der Anteil des Heizöls am Wärmemarkt liegt bei über 30 %. Daher sind auch zukünftig Alternativen wie Bioheizöle sehr gefragt.
Vorteile des Heizens mit reinem Bioheizöl:
- CO2-neutrale Verbrennung
- Biologisch abbaubarer Brennstoff
- Ermöglicht eine Umsetzung mit höchstem Wirkungsgrad und geringsten Emissionen durch Brennwerttechnik
- Biomasseverwertung mit der Zuverlässigkeit eines Ölbrenners
- Nachwachsender heimischer Brennstoff
- Generation und Erhalt heimischer Arbeitsplätze
- Leitungsunabhängig und krisensicher gegenüber der Regelversorgung mit Erdgas
Vorteil von Heizöl mit Bioanteil:
Herkömmliche Heizungsanlagen können damit betrieben werden, ohne dass sich Wartungsintervalle verkürzen oder spontane Schäden auftreten
- Austausch von Heizanlagenkomponenten ist nicht notwendig
- der Angebotszeitraum an Heizöl wird durch Bioanteil verlängert
Quellen: Hoval GmbH, IWR, Deutsche Shell Holding GmbH, IWO, Tempratec Ltd., Wikipedia